Rauklands Sohn (Jordis Lank)

Veröffentlicht am 22. November 2021 um 20:06

Eigentlich sollte Ronan ein Teil des Heeres an die Torsa-Schlucht führen - stattdessen betrinkt er sich und verschläft.

Als Bestrafung wird er nach Lannoch geschickt, um dort die Aufgaben vom König Merin zu lösen und die kleine Insel im hohen Norden für Raukland zu sichern.

Die Aufgaben sind schwerer als gedacht - wie zum Beispiel soll er auf einer Insel voller ihm nicht unbedingt zugetaner Bauerntömpel einen Freund finden? 

Und schafft er es, die Aufgaben mithilfe Liams, der größte Angsthase im Nordmeer, zu lösen und König zu werden?

Handlung

Noémi: Ich find die Idee schon sehr gut und originell und interessant. Ich fand gut, dass die Lovestory mehr im Hintergrund lag, als die Freundschaft zwischen Liam und Ronan, da ich heutzutage das Gefühl habe, so freundschaftliche Geschichten werden einfach nebenbei liegen gelassen und Lovestories werden dann halt sehr in den Mittelpunkt gezogen. Das ist tatsächlich dann auch wieder Geschmackssache und das kann auch einfach daran liegen, dass ich viel lieber Bücher, die vielmehr über Freundschaft handeln lese, weil ich Lovestories meistens nicht so... naja... Lovestories sind einfach nicht meine Sachen. Aber zurück zur Handlung: Ich find sie auch sehr sehr spannend, weil es im Buch vor Allem so in der Mitte bis Ende so viele unerwartete Twists and Turns gibt, dass es einfach Spaß macht zu lesen.

Emma: Mir persönlich hat die Handlung nicht wirklich gefallen. Das liegt ganz einfach daran, dass es in dem Buch aus meiner Sicht quasi gar keine Spannung gibt. Klar, es gibt diese Rätsel, die Ronan lösen muss, aber da wird einfach vieles durcheinander immer mal wieder in den Vordergrund gezogen. In der einen Minute geht es um diese Aufgabe. Dann sagen Liam und Ronan, sie können das nicht schaffen. Dann kommt die nächste Aufgabe. Dann wird wieder die erste ins Rampenlicht gezerrt, aber ohne Lösung. Und dann wird sie wieder verworfen, nur um wie aus dem nichts dann irgendwann gelöst zu werden. Auf mich wirkte das echt chaotisch, ohne wirklichen Plot-Plan, und außerdem hat dieses ständige aufgreifen-verwerfen die komplette Spannung zerstört und die Handlung dümpelte nur so vor sich hin. 

Protagonisten: Ronan und Liam

Noémi: Ich find die Protagonisten sehr cool. Vor Allem Liam, weil er zum einen ein bisschen ängstlich und nicht gut im Fechten ist, aber dafür ein bisschen schlauer als Ronan. Damit gleichen sie sich sehr gut aus und einer braucht halt den anderen, um halt die Aufgaben zu lösen. Auch finde ich den Aufbau der Freundschaft sehr toll. Am Anfang war es halt eine gezwungene Freundschaft, aber mit der Zeit entwickelte sie sich zu einer sehr engen, guten Freundschaft und das ist ein sehr schöner Aspekt des Buches. Außerdem finde ich Liam sehr sympathisch, ich weiß ich springe sehr hin und her, aber das musste gesagt werden.

Emma: Ronan und Liam, vor allem aber Ronan, sind bei weitem die unsympathischsten Protagonisten der Welt. Vor allem Ronan wird absolut empathielos beschrieben, und das hat mich sehr GENERVT. Ich denke, das war mit Absicht so gewählt, aber trotzdem hat das mir beim Lesen die ganze Zeit schlechte Laune gemacht. Außerdem wirkte ihre Freundschaft auf mich, keine Ahnung, irgendwie freundlos und ohne tiefere Bindung. Auch die dunklen Geheimnisse in Liams Vergangenheit haben mich Großteils einfach nur verwirrt und haben Liam nicht die Tiefe gegeben, die ein guter Buchcharakter eben hat. 

Andere Charaktere

Noémi: Die anderen Charaktere sind auch sehr cool, ich finde es ist etwas kompliziert, sich die ganzen Charaktere zu merken und ihre Aufgaben auf Lannoch. Trotzdem fand ich auch sie voll toll, weil sie so unterschiedlich, vielseitig sind. 

Emma: Bei den anderen Charakteren ist meine Meinung auch nicht wirklich anders. Ich konnte zu niemandem eine tiefere Bindung aufbauen und außerdem waren es schon echt viele Charaktere, was teilweise echt verwirrt hat, wenn diese aus dem Nichts auftauchten und wieder verschwanden. Zudem hätte ich mir etwas mehr Diversität gewünscht - eine ganze Insel voller weißer cis-Menschen ist auf die Dauer schon etwas unrealistisch und auch langweilig. Auch wenn die Fantasywelt echt vergangenheitlich wirkt. 

Schreibstil

Noémi: Was kann ich dazu sagen, er war sehr schön. Er war locker, humorvoll, einfach verstehend und, und, und,... Einfach passend zu einem Jugendroman halt.

Emma: Der Schreibstil hingegen hat mir echt gut gefallen, da kann ich Noémi nur zustimmen, und er war auch das einzige, was mich davon abgehalten hat, das Buch abzubrechen.

Worldbuilding

Noémi: Schön winterlich, finde ich zumindest. Wer mich kennt, weiß, dass ich den Herbst und den Winter sehr mag. Und dieses Buch hat mich dazu motiviert, im Herbstwetter teetrinkend auf dem Sessel zu hocken und dieses Buch zu lesen. Schade ist nur, dass es keine Karte gab, obwohl die Autorin es sehr gut beschrieben hat.

Emma: Ich fand das Worldbuilding nicht wirklich kreativ. Eigentlich ist Lannoch nur eine Insel wie Island in der Vergangenheit, nur ohne Islands außergewöhnliche Natur. Aber die Autorin hat das alles sehr gut beschrieben und es passte auch zur Stimmung des Buches. 

Fazit

Noémi: Das Buch ist einfach nur 💫WUNDERBAR💫 FANTASTISCH💫 Der zweite und dritte Teil stehen schon auf meiner Wunschliste.

Emma: Wie ihr seht, hat mir das Buch nicht so sehr gefallen. Trotzdem habe ich ein paar schöne Lesestunden mit Ronan und Liam verbracht. 

Anderes Zeug

Noémi: Ich habe mal wieder ein Lied gefunden, was zum Buch passt. Ihr könnt das hier finden.

Emma: Ich möchte noch kurz etwas zur Gestaltung sagen. Denn da ist zum einen das Cover, das.... nicht wirklich hübsch anzusehen ist. (Es ist schon echt unschön mit den Orange-Brauntönen und diesem nichtssagenden Schloss.) Außerdem fand ich die Schrift mega klein, und das war für mich schon ein ganz schönes Problem beim Lesen. 

Allgemeine Infos

Autorin: Jordis Lank

Seiten: 444

Reihe: Raukland-Trilogie, Band 1

Dieses Buch besteht den Bechdel-Test eindeutig nicht. 

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