Stolen Time (Danielle Rollins)

Veröffentlicht am 24. Januar 2023 um 16:59

Rezension von Clara

„Stolen Time“ von Danielle Rollins ist das erste Buch, das ich dieses Jahr beendet hat und bisher das beste. Es hat mich sehr begeistert. Die Geschichte ist sehr komplex, was sie für mich während des Lesens undurchschaubar machte. Am Ende hat sie mich total fasziniert von der Genialität der Autorin zurückgelassen. Aber fangen wir mal vorne an:

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Zu Beginn des Buches, im Jahr 1913, flüchtet Dorothy, die 16-jährige Tochter einer Betrügerin, vor einer arrangierten Hochzeit und trifft dabei auf Ash. Dieser ist der Pilot der „Second Star“, einem Flugzeug, mit der er versehentlich im Wald gelandet ist. Dorothy, der festen Überzeugung ein Flugzeug vor sich zu haben, schmuggelt sich an Board des Fahrzeugs. Wenige Stunden später verlässt Dorothy ihre Mitfahrgelegenheit wieder, unwissend, dass sie sich zwar immer noch in Seattle befindet, auch wenn es sich dabei um eine durch Erdbeben und Tsunamis fast vollständig zerstörte Version handelt, nur 164 Jahre später, im Oktober 2077.

Durch Zufall lässt Dorothy Ash und seine Freunde neue Hoffnung schöpfen und macht sich gemeinsam mit ihnen auf die Suche nach dem verschwundenen Entdecker der Zeitreisen.

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Mit am meisten am ganzen Buch haben mir die vielen unterschiedlichen Teile der Story gefallen, ganz egal, ob es sich dabei um Tagebucheinträge, Prä-Erinnerungen oder die zwischen Dorothy und Ash wechselnden Perspektiven handelte. Dadurch wurde die Geschichte unfassbar vielfältig, genau wie durch die unglaublich unterschiedlichen Charaktere, ihre Fähigkeiten und Herkunft. Jeder von ihnen ist einzigartig und zeichnet sich durch etwas anderes aus, was sie mir ans Herz wachsen ließ.

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Mir wurde es während des Lesens nie langweilig, weil immer etwas Neues passierte. Einen großen Teil steuerten dazu die vielen kleinen Andeutungen, die die Autorin innerhalb ihrer Geschichte versteckte, bei. Auch wenn sie mich dadurch manchmal verwirrte, wollte ich immer weiter lesen, und konnte kaum aufhören.

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Wie bereits am Anfang dieser Rezension erwähnt, ist das Seattle 2077 nicht mehr dasselbe wie heute: Zwei starke Erbeben veränderten die Stadt. Das zweite der beiden Beben löste einen gewaltigen Tsunami aus, der ausreichend Kraft besaß, die komplette Stadt zu überschwemmen.

Das dadurch entstandene Setting in einer derart zerstörten Stadt gibt der Geschichte eine, meiner Meinung nach, besondere Atmosphäre: Der Schaden und Verlust durch die Erdbeben begleitet die Charaktere genau wie die Angst vor der Zukunft mit möglichen weiteren Katastrophen, deren Auswirkungen kaum vorstellbar sind. Durch die gesamte Geschichte zieht sich eine Ungewissheit, dank der es mir verdammt leicht fiel, mich in dem Buch einzufinden. Sie ließ mich ähnlich ahnungslos wie einzelne Charaktere der Story folgen und trug ebenfalls dazu bei, wie sehr mir das Buch gefallen hat.

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Das größte und wichtigste Thema des Buches ist, wer hätte es gedacht, Zeitreisen. Denn Zeitreisen geben Menschen Hoffnung. Vor allem, wenn sie an einem Ort wie Seattle 2077 leben und so viel verloren und erlebt haben. Doch das Reisen durch Raum und Zeit ist mit Vorsicht zu genießen und außerdem verdammt komplex.

Danielle Rollins hat es geschafft, dass mir während des Lesens alles logisch erschien und ich am Ende vor tauusend offenen Fragen stand und alles hinterfragt habe. Das hat neben der Komplexität, die mit dem Thema der Zeit und der Zeitreisen einher kommt, auch damit zu tun, wie die Autorin die Geschichte gesponnen hat. Ich bewundere sie definitiv dafür, dass so geschafft zu haben, dass alles Sinn ergibt und die Story so unvorhersehbar war.

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Das Ende der Geschichte ließ mich, aufgrund meiner vielen offenen Fragen, etwas enttäuscht zurück, was jedoch völlig okay ist, da „Stolen Time“ die Übersetzung des ersten Teils der „Dark Stars“-Trilogie von Danielle Rollins ist.

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Zu guter Letzt muss ich zugeben, dass ich anfangs eher skeptisch dem Buch gegenüber stand. Vermutlich habe ich schon zu viele ähnliche Zeitreise-Bücher gelesen, in welchen die Charaktere aus der Gegenwart in die Vergangenheit springen können. „Stolen Time“ ist anders, was mich sehr erleichtert hat. (Erleichtert ist nicht das richtige Wort, aber mir fällt grade kein passenderes ein.)

Wie sieht’s bei euch aus? Seid ihr Team „Es-gibt-nichts-besseres-als-Zeitreise-Bücher“ oder Team „Da-passiert-doch-eh-immer-das-selbe-warum-sollte-ich-es-dann-lesen“?

Und welches Buch habt ihr dieses Jahr als erstes beendet?

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