Lügentochter (Megan Cooley Peterson)

Veröffentlicht am 3. März 2021 um 23:37

Rezension von Emma

Davor lebte Piper in einem ehemaligen Freizeitpark, ohne Kontakt zur Außenwelt. Danach kommt sie zu einer Frau, Jeannie, die sie nicht kennt. Ohne ihre Familie. Ohne zu wissen, was genau geschehen ist und warum sie dort ist. Ich finde es echt schwer, „Lügentochter“ ordentlich zusammenzufassen, ohne zu viel zu verraten. Weil das Buch kann man meiner Meinung nach nur lesen, wenn man zu Beginn nichts, gar nichts, weiß.

Das Beste an „Lügentochter“ war der Schreibstil von Megan Cooley Peterson. Die Sätze waren nicht so ellenlang und von der Struktur her passten sie unerwartet gut zu Pipers Persönlichkeit. Und generell haben mir die Zeitsprünge gut gefallen, denn sie passten auch vom Kontext her prima zusammen. Erstaunt hat mich auch die Art, wie „Lügentochter“ mit dem Hauptthema, nämlich Gehirnwäsche und Sekten, umgeht. Weil das ist ja schon ein echt heikles Thema, und eigentlich war ich als Leserin auch nicht auf Pipers Seite. Das fand ich übrigens auch echt erstaunlich. Es kam mir während dem Lesen nämlich so vor, als müsse ich Piper „auf meine Seite ziehen“, ihr quasi verständlich machen, wie ich Pipers Geschichte sah. Irgendwie wusste ich zwar genau so wenig wie Piper, eher sogar etwas weniger. Und trotzdem kam fühlte ich mich Piper eher einen Schritt voraus, weil ich ziemlich objektiv aus das ganze blicken konnte. „Lügentochter“ ist echt meisterhaft erzählt.

Aber einige winzige Kritikpunkte habe ich trotzdem: Erstens dachte ich, als ich den Klappentext gelesen habe, es ginge um Fantasy und wie das Buch dann wirklich war, hat mich mega überrascht. Im positiven Sinne. Zweitens finde ich den deutschen Titel etwas unpassend, da „Lügentochter“ für mich so klingt, als wäre Piper eine lügende Tochter und nicht die Tochter eines Lügners. Der Originaltitel, der übersetzt „Tochter des Lügners“ bedeutet, passt viel besser. Und drittens habe ich es immer viel zu spät gemerkt, wenn es einen Davor – Danach Cut gab, was entweder daran lag, dass mich die Story zu sehr gefesselt hat oder daran, dass die Wörter davor und danach eben doch ganz schön ähnlich sind. Aber diese drei Kritikpunkte habe ich auch nur gefunden, weil ich seit inzwischen drei Tagen über „Lügentochter“ nachdenke. Das kommt davon, wenn das Thema so ernst ist, hach.

Aber es gibt noch einen Punkt, der zwar eigentlich klein und unbedeutend ist, für mich aber doch eine echt große Rolle spielt. In „Lügentochter“ ist nämlich so offen von der Periode die Rede, wie es sein sollte, die Menstruation wirkt so normal, wie sie wirklich ist. Und ja, das ist etwas besonderes, da sie in den meisten Büchern, die ich kenne, einfach totgeschwiegen wird.

Noch mehr Infos gibt es im wunderschlauen Internet. Ich bin zu faul das alles abzutippen oder so. Aber ehrlich gesagt ist die Beschreibung doof, aber naja. 

Außerdem:

Uff, schon wieder so ein Buch, nach dem ich drei Tage lang nichts anderes lesen kann, weil ich erst fertig nachdenken muss.


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